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Ein Theaterstück von Juli Zeh im Auftrag der RuhrTriennale, Uraufführung am 15. Sept. 2007Jung, attraktiv, begabt und unabhängig: Das ist Mia Holl, eine Frau von dreißig Jahren. Man stellt sie vor ein Schwurgericht. Was wird ihr zur Last gelegt? Ein Zuviel an Liebe (zu ihrem Bruder), ein Zuviel an Verstand (sie denkt naturwissenschaftlich) und ein Übermaß an geistiger Unabhängigkeit (für sie ist Gott passé). In einer Gesellschaft, in der alles Komplexe zu kompliziert ist, reicht diese Innenausstattung aus, um als gefährliches Subjekt eingestuft zu werden. RezensionendRadio"Juli Zeh ist mit 'Corpus Delicti' der weibliche George Orwell der Gegenwart geworden." - mp3 SZ"Juli Zeh schrieb eine moderne Hexenjagd. Und schrieb viel mehr: eine hoch spannende Dystopie unseres kollabierenden demokratischen Wohlfahrtsstaates in einer Science-Fiction-Zeit 2057. (...) Den an sich schon raffiniert konstruierten Plot nutzt Juli Zeh zu brisanten moral- und staatsphilosophischen Diskussionen. (...) [Sie] lockt den Zuschauer intelligent und infam immer wieder neu in die politisch unkorrekte Argumentationsfalle ... Das hat man nicht oft: eine junge Buehnendichterin, die was zu sagen hat und die was will vom Theater - die Buehne als politische Anstalt." WELT"Die Art, wie Ankläger, Verteidiger und Richter auftreten, wirkt echt. Doch wächst sich das Gerichtsstück, auch durch das Bühnenbild von Sabine Kohlstedt, zu einem Schwurprozess aus, in dem die Zuschauer unversehens zu Geschworenen werden. Von drei Tribünen aus eisweißem Kunstglas aus verfolgen sie das packend gespielte Verfahren gegen Mia Holl im engen Backsteinbau mit neoromanischen Bögen." - WELT NRZ"'Corpus delicti', Juli Zehs erstes Theaterstück, das jetzt für die Ruhrtriennale uraufgeführt wurde, ist auch eine listige Verbeugung vor dem Genius loci: Science fiction im Maschinenraum a.D., ein Hexenprozess als Kunststück mit einem Hauch von Kafka." - WAZ"Das alles ist intellektuell aufmotzt und doch stark. Jung, wild, aggressiv. Leider kaum sinnlich. Das lässt sich einwenden gegen das Stück, die Inszenierung, bei der die Texte oft rattern, als rauschten sie aus einer Nähmaschine. Doch das ist genauso richtig: So rattert diese Gesellschaft. Und, ja, sie spielen großartig, alle. Vor allem Anne Ratte-Polle als Mia." - WAZ nachtkritik.de"Daraus entsteht in der Essener Zeche Carl in einem kleinen Raum aus weißen, sterilen Plastiktreppen eine Zukunft, die wie eine monströs verzerrte Gegenwart wirkt." - nachtkritik.de |
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